Julia Hecht

Julia Hecht

Kräuterbegeisterte fallen für gewöhnlich in zwei Lager: Entweder sie beschäftigen sich intensiv mit der Heilwirkung von Pflanzen oder ihrem kulinarischen Genuss. Auf mich trifft Letzteres zu. Klar, auch ich greife zum Thymian, wenn ich Husten habe, suche Spitzwegerich, wenn mich die Brennnessel erwischt hat. Umgekehrt gilt: Jeder, der sich in der Welt der Tinkturen, Salben und Öle auskennt, wird Wildkräuter auch im Salat genießen. Aber man ist in der Regel entweder für das eine oder das andere bekannt.

Es gibt deutlich mehr Heilpflanzenschulen als Einrichtungen, die sich ausschließlich mit Wildkräutern in der Ernährung beschäftigen. Schade, denn essbare Wildpflanzen haben so viel zu bieten, wie du in diesem Blog-Beitrag nachlesen kannst. Aber ich verstehe es: Tee gegen die Erkältung im Winter lässt sich in jeder Drogerie finden. Wildkräuter für das tägliche Abendessen sucht man auch auf dem Wochenmarkt vergeblich. Wer sich von Wildpflanzen ernähren möchte, kommt nicht umhin Zeit in der (Stadt-)natur zu investieren. Für mich soll mein Wildkräuter-Blog genau dafür Ansporn werden: jede Woche sammeln zu gehen!

Ich finde Rezepte enttäuschend, die nur Inspiration sein wollen. So sehr ich aufwendige Kreationen liebe, mit denen ich ein ganzes Wochenende in der Küche verbringen kann – das ist nichts für jeden Tag. Irgendwo dazwischen versuche ich mich anzusiedeln. Ich möchte, dass Wildpflanzen so normal werden wie die Tomate, Kartoffel oder der Kohlkopf aus dem Supermarkt.

Einmachen, fermentieren, Brot backen (mit dem eigenen Sauerteig versteht sich), Kombucha brauen, Schokolade temperieren – ich bin dabei! Ich mag Rezepte, die experimentell, abwechslungsreich, vegetarisch, bio, nachhaltig, regional und saisonal sind. Bei Amy Chaplin, Rachel de Thample, Pascal Baudar und Jess Starwood finde ich aktuell meine Inspiration.

Du fragst dich, wo mein Hang zu Pflanzen eigentlich herkommt? Ich habe 2010 meinen M. Sc. Plant Sciences an der Universität Bonn abgeschlossen, 2012 eine Ausbildung zur Gärtnerin, Fachrichtung Stauden, im Botanischen Garten der Universität Tübingen. Ich liebe es, Pflanzen mit Lupe in der einen, Bestimmungsbuch in der anderen Hand zu identifizieren. Besonders wichtig ist mir, meine Behauptungen mit Quellen zu untermauern – etwas, das in der Wildkräuter-Literatur viel zu häufig unter den Tisch fällt.

Ich hoffe, diese Seiten helfen dir, selbst zum Pflanzensammler/zur Pflanzensammlerin zu werden!

PS: Du möchtest mich mal live erleben? In einem Interview mit dem Sender Allround-TV erzähle ich über die Kulinarik der Wildkräuter und zeige dir, wie du ein wildes Löwenzahn-Ferment herstellst!